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Eco Stor und Alpiq vereinbaren Tolling-Vertrag für 238 Megawattstunden-Speicher in Schuby

Eco Stor und Alpiq haben einen fünfjährigen Tolling-Vertrag für einen Batteriespeicher mit 103,5 Megawatt Leistung in Schuby geschlossen. Alpiq erhält Exklusivrechte zur Vermarktung am Strommarkt und für Netzstabilitätsdienste.

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Dr. Anna Schmidt

Energieexpertin mit Fokus auf erneuerbare Energien und Speichertechnologien.

Eco Stor und Alpiq: Tolling-Vertrag für Großspeicher in Schuby unterzeichnet

Schuby, November 2025 – Das norwegisch-deutsche Speicherunternehmen Eco Stor und der Schweizer Energiekonzern Alpiq haben einen Tolling-Vertrag für einen Batteriespeicher mit 103,5 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Kapazität im schleswig-holsteinischen Schuby geschlossen. Der Speicher befindet sich derzeit im Bau und soll Mitte 2026 ans Netz gehen. Alpiq erhält für fünf Jahre die Exklusivrechte zur Vermarktung, während Eco Stor im Gegenzug garantierte Umsätze über den Vertragszeitraum erzielt.

Geschäftsmodell mit Planbarkeit und Skalierung

Bei dem vereinbarten Tolling-Modell bleibt die technische Betriebsführung des Speichers bei Eco Stor, während Alpiq den Speicher für Netzstabilitätsdienste sowie auf Spot- und Intraday-Märkten nutzt. Ziel ist es, ein marktbasiertes Geschäftsmodell zu etablieren, das Investitionssicherheit mit hoher Flexibilität kombiniert.

„Durch die Verbindung des Know-hows von Eco Stor bei der Errichtung und dem Betrieb von Batteriegroßspeichern mit der Marktexpertise von Alpiq entsteht ein Geschäftsmodell, das Stabilität, Rendite und Skalierbarkeit vereint“, erklärten beide Unternehmen.

Tolling-Vereinbarungen gelten als zentraler Baustein zur Finanzierung großer Speicherprojekte ohne staatliche Förderung. Sie garantieren dem Betreiber feste Einnahmen und senken zugleich das Marktrisiko durch volatile Erlöse.

Strategische Partner und operative Struktur

Bei der Vermarktung wird Alpiq auf die Erfahrung der Handelsplattformen Enspired und Entelios zurückgreifen – beides Partner, mit denen Eco Stor bereits beim Großspeicher in Bollingstedt zusammenarbeitet.

Für den Speicherstandort Schuby wurde gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet und dem Verteilnetzbetreiber SH-Netz ein detailliertes Betriebskonzept entwickelt. Der Speicher soll dabei bis zu zweimal täglich vollständig be- und entladen werden – innerhalb klar definierter netzneutraler Betriebsgrenzen.

Bedeutung für die Energiewende

Das Projekt ist Teil einer größeren Strategie zur Entwicklung einer skalierbaren, marktwirtschaftlich tragfähigen Speicherinfrastruktur. In Verbindung mit dem benachbarten Speicher in Bollingstedt, der bereits am Netz ist, entsteht ein bedeutender Knotenpunkt für Flexibilitätsbereitstellung im Norden Deutschlands.

Ausblick

Eco Stor und Alpiq sehen in ihrem Modell einen möglichen Blaupausen-Charakter für künftige Speicherprojekte. Mit dem Fokus auf Planbarkeit, technische Effizienz und marktseitige Erlöspotenziale stärken sie die Rolle von Speichern als Rückgrat der erneuerbaren Energieversorgung in Deutschland.

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