Wer im Landkreis Rosenheim wohnt, fährt anders als in der Großstadt. Die Wege nach München, ins Inntal oder an den Chiemsee sind lang, im Winter liegt Schnee, und wer zum Skifahren will, hat ein paar Hundert Höhenmeter vor sich. Das Voralpenland gilt deshalb oft als schwieriges Terrain für Elektroautos. Die Praxis zeigt ein differenzierteres Bild.
Berge kosten Energie und bringen sie zurück
Bergauf braucht jedes Auto mehr Energie, beim Elektroauto sieht man es nur deutlicher auf der Anzeige. Der Unterschied zum Verbrenner liegt bergab: Über die Rekuperation wandelt der Elektromotor Bewegungsenergie zurück in Strom und speist ihn in die Batterie. Auf Passstraßen und langen Gefällen lässt sich so ein Teil der Energie zurückgewinnen, die zuvor für den Anstieg nötig war. Die Bremsen werden dabei kaum beansprucht, ein Vorteil auf langen Abfahrten.
Der Winter ist die größere Herausforderung
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Stärker als die Topografie wirkt sich die Kälte aus. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sinkt die Reichweite spürbar, weil Innenraum und Batterie beheizt werden müssen. Eine Wärmepumpe im Fahrzeug senkt diesen Mehrverbrauch deutlich. Hilfreich ist außerdem das Vorklimatisieren, solange das Auto noch an der Wallbox hängt: Dann kommt die Energie für die Heizung aus dem Netz und nicht aus dem Akku.
Laden auf dem Land
Ein Vorteil ländlicher Regionen ist der hohe Anteil an Einfamilienhäusern mit eigener Garage oder Stellplatz. Wer zu Hause lädt, startet jeden Morgen mit voller Batterie, und für die tägliche Pendelstrecke reicht die Reichweite heutiger Fahrzeuge in aller Regel auch im Winter. Schnellladen wird vor allem auf längeren Urlaubs- oder Ausflugsfahrten relevant, entlang der A8 und der A93 ist das Netz inzwischen gut ausgebaut.
Allrad und Bodenfreiheit
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Für Fahrer in schneereichen Lagen spielt der Antrieb eine Rolle. Elektroautos mit zwei Motoren bieten Allradantrieb ohne mechanische Verbindung zwischen den Achsen und können die Kraft sehr schnell verteilen. Auch Hecktriebler kommen mit guten Winterreifen meist zurecht, dank des tiefen Schwerpunkts durch die Batterie im Fahrzeugboden.
Selbst ausprobieren
Wie sich ein Elektroauto auf der eigenen Strecke schlägt, lässt sich am besten im Alltag testen. Händler in der Region bieten dafür längere Probefahrten an, beim BYD-Händler in Rosenheim etwa lassen sich Modelle wie der Atto 3 oder der Sealion 7 auf den typischen Pendelstrecken rund um Rosenheim fahren. Eine Probefahrt bei winterlichen Temperaturen ist dabei aussagekräftiger als jede Normangabe.





