Kaffee ist eines der meistgehandelten Agrarprodukte der Welt. Der Großteil wird über Börsen und Zwischenhändler gehandelt, die Farmer erhalten oft nur einen kleinen Teil des Endpreises. Eine wachsende Zahl von Specialty-Röstereien geht deshalb einen anderen Weg: Sie kaufen direkt bei Farmen, die sie kennen.
Was Direct Trade bedeutet
Beim direkten Handel verhandeln Rösterei und Farm unmittelbar miteinander, häufig über Jahre hinweg. Die Preise liegen in der Regel deutlich über dem Börsenpreis und orientieren sich an der Qualität. Im Gegenzug investieren die Farmer in Anbau und Aufbereitung. Anders als bei Fairtrade gibt es kein einheitliches Siegel, die Glaubwürdigkeit hängt an der Transparenz der Rösterei.
Transparenz auf dem Etikett
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Gute Röstereien geben auf der Verpackung an, woher ein Kaffee stammt, wer ihn angebaut hat, auf welcher Höhe er gewachsen ist, welche Varietät und welche Aufbereitung verwendet wurde. Diese Angaben ermöglichen es Kunden, die Herkunft nachzuvollziehen. Die Münchner Rösterei Roca Junior etwa beschreibt auf ihrer Seite Über uns, welche Farmen sie seit Jahren begleitet.
Ein Beispiel aus Costa Rica
Eine dieser Partnerschaften führt in das West Valley in Costa Rica. Dort betreibt die Familie von Dylan Aguilera die Finca Matilde, benannt nach seiner Großmutter. Der Kaffee der Farm ist als Finca Matilde im Sortiment der Rösterei erhältlich. Solche langfristigen Beziehungen geben Farmern Planungssicherheit, gerade in Zeiten stark schwankender Rohkaffeepreise.
Klimawandel als Bedrohung
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Kaffeepflanzen reagieren empfindlich auf Temperatur und Niederschlag. Steigende Temperaturen, Dürren und Schädlinge setzen vielen Anbaugebieten zu. Farmer, die verlässliche Abnehmer haben, können eher in Schattenbäume, bessere Sorten und schonende Anbaumethoden investieren. Direkter Handel ist damit auch ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.
Was Verbraucher tun können
Wer nachhaltiger Kaffee trinken möchte, achtet auf nachvollziehbare Herkunftsangaben und kauft eher frische Röstungen aus kleinen Chargen als anonyme Massenware. Einen Überblick über Kaffees mit vollständigen Herkunftsangaben bietet etwa das Kaffee-Sortiment von Specialty-Röstereien.
Direkter Handel ist kein Allheilmittel, aber er verändert die Beziehung zwischen Produzent und Konsument. Am Ende steht ein Kaffee, bei dem man weiß, wer ihn angebaut hat.



