Weltweiter Zubau von netzgebundenen Batteriespeichern bis Oktober um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen
Laut Rho Motion wurden bis Oktober weltweit 156 Gigawattstunden an netzgebundenen Batteriespeichern installiert – ein Anstieg um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Energieexpertin mit Fokus auf erneuerbare Energien und Speichertechnologien.
Globaler Batteriespeicherzubau wächst um 38 Prozent – China dominiert weiter
London, November 2025 – Der weltweite Markt für netzgebundene Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) wächst weiterhin rasant. Bis Oktober 2025 wurden laut aktuellen Zahlen von Benchmark Mineral Intelligence’s Rho Motion bereits 156 Gigawattstunden neuer Speicherkapazität installiert – ein Zuwachs von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
China bleibt Spitzenreiter – ROW holt stark auf
China trug maßgeblich mit einem Zuwachs von 27 Prozent zum Wachstum bei und installierte im Oktober allein 8,8 Gigawattstunden. Darunter befand sich eine Vanadium-Flow-Batterie im Gigawattmaßstab. Europa und Nordamerika wuchsen mit jeweils 21 Prozent, während der Rest der Welt (ROW) mit einem Anstieg von 242 Prozent deutlich aufholt. Diese Dynamik zeigt, dass sich Energiespeicher zunehmend auch in Schwellenländern etablieren.
Monatlicher Zuwachs und Großprojekte
Der Oktober allein verzeichnete 12,7 GWh neuen Speicherzubau – 29 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die USA lagen mit 2,3 GWh auf Platz zwei, trotz eines Rückgangs um 40 Prozent gegenüber September. Australien fügte mit der zweiten Phase des Projekts „Waratah Super Battery“ 980 MWh hinzu, wobei technische Probleme die Leistung zunächst auf 350 MW begrenzen.
Europa setzt weiter auf neue Speicher
In Europa gingen im Oktober rund 500 MWh in Betrieb, darunter ein Projekt mit 260 MWh in Bulgarien, das von Hithium umgesetzt wurde.
Projektpipeline wächst, aber auch Risiken
Die globale Projektpipeline vergrößerte sich im Oktober um 75 GWh (+5 % zum Vormonat). Seit Jahresbeginn wuchs sie um 732 GWh (+23 % im Jahresvergleich). Das größte neue Vorhaben ist das chinesische „Yan’an Wenergy Electricity HVDC“-Projekt mit 4,2 GWh. Insgesamt wurden im Oktober mehr als 16 neue Gigawattprojekte angekündigt, 12 davon in Australien.
Trotz des Booms gab es auch Rückschläge: Über 30 GWh an Pipeline-Kapazität wurden gestrichen, größtenteils in China – ausgelöst durch regionale politische Änderungen.
Naher Osten als neuer Hotspot
Der Nahe Osten wird 2025 zunehmend zu einem Wachstumsmarkt für Energiespeicher. Projekte wie das 19-GWh-Vorhaben von Masdar in Abu Dhabi markieren den Trend zu großskaligen Anlagen mit kurzen Bauzeiten, die mit dem Tempo in China konkurrieren.
Ausblick: Weiteres Wachstum mit Unsicherheiten
Für den Rest des Jahres befinden sich laut Rho Motion über 153 GWh an zusätzlicher Speicherkapazität im Bau oder in finaler Planung. Verzögerungen und Stornierungen könnten diese Zahl jedoch noch senken.
Der anhaltende globale Boom bei stationären Speichern – vor allem für Netzstabilität und Marktintegration erneuerbarer Energien – unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung von BESS in einem dekarbonisierten Stromsystem.