Ein Kleidungsstück wiegt wenige hundert Gramm, doch auf seinem Weg vom Rohstoff bis in den Laden durchläuft es eine lange Kette von Verarbeitungsschritten. Fast jeder davon braucht Energie: Maschinen müssen angetrieben, Wasser erhitzt, Stoffe getrocknet und fixiert werden. Wie groß der Aufwand insgesamt ist, hängt von Material, Verfahren und Produktionsort ab. Exakte Werte für ein einzelnes Kleidungsstück lassen sich deshalb kaum seriös angeben. Gut beschreiben lässt sich aber, an welchen Stellen der Kette die großen Posten entstehen.
Stufe eins: die Faser
Am Anfang steht die Faser. Bei Naturfasern wie Baumwolle fällt Energie vor allem im Anbau an – für Bewässerungspumpen, Dünger, Pflanzenschutz und Erntemaschinen – sowie beim Entkörnen und Reinigen. Der hohe Wasserbedarf der Baumwolle ist bekannt; ihr Energiebedarf hängt stark davon ab, ob künstlich bewässert und wie intensiv gedüngt wird, denn schon die Herstellung von Stickstoffdünger ist energieintensiv.
Synthetische Fasern wie Polyester entstehen dagegen in der chemischen Industrie. Ausgangsstoff ist meist Erdöl oder Erdgas, aus dem in mehreren Schritten ein Kunststoffgranulat gewonnen wird. Dieses Granulat wird geschmolzen und durch feine Düsen gepresst – das sogenannte Schmelzspinnen. Vorgelagerte Chemie und Prozesswärme machen die Faserherstellung bei Synthetics zu einer der aufwendigen Stufen.
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Recyceltes Polyester, oft aus gebrauchten Getränkeflaschen gewonnen, spart einen Teil dieses Aufwands, weil die chemische Erzeugung des Ausgangsmaterials entfällt. Einschmelzen und Spinnen bleiben aber notwendig.
Stufe zwei: Garn und Fläche
Aus der Faser wird Garn, aus dem Garn eine textile Fläche. Spinnereien, Webereien und Strickereien sind stark mechanisiert und laufen in vielen Betrieben im Mehrschichtbetrieb. Hier ist vor allem Strom gefragt: für die Antriebe unzähliger Spindeln, für Web- und Rundstrickmaschinen und für die Klimatisierung der Hallen. Garne reagieren empfindlich auf Luftfeuchtigkeit und Temperatur, deshalb werden Spinnereien oft aufwendig klimatisiert.
Je feiner das Garn, desto höher in der Regel der Energiebedarf pro Kilogramm, weil die Maschinen länger arbeiten müssen. Sporttextilien, die leicht und atmungsaktiv sein sollen, bestehen häufig aus besonders feinen Garnen.
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Stufe drei: Veredelung – der heimliche Großverbraucher
Die Veredelung umfasst alles, was aus einem rohen Stoff ein verkaufsfertiges Material macht: Vorbehandlung, Bleichen, Färben, Bedrucken, Ausrüsten und Fixieren. In vielen Analysen der Textilkette gilt dieser Abschnitt als einer der energieintensivsten, weil er sehr viel Wärme braucht.







